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Freitag, 17. Januar 2014

Und zurück an den Rhein: Kreuze und ein Weltenherrscher in Laumersheim und Dirmstein

Nach Ausflügen an die Weinstraße, den Westrich, den Süden und den Südenosten der Pfalz und gar nach Lothringen kehrt Album 16 in nördlichere Gefilde zurück und besucht noch zwei Orte zwischen Bad Dürkheim und Worms: Laumersheim und Dirmstein im Leiningerland.



Beide Orte sind sehr stark vom Weinbau geprägt und beherbergen exzellente Weingüter.
In überwiegend evangelischen Laumersheim befindet sich einer der katholischen und somit konfessionellen Friedhöfe im Bistum Speyer-


33. Sehr eindrucksvolles Wegkreuz in Laumersheim. Leider ist weder die Inschrift lesbar, noch konnte ich etwas darüber finden. Es stet neben einem Wartehäuschen (Bushaltestelle?) am westlichen Ortsrand.


34. Kreuz neben dem Eingang zur Pfarrkirche St. Bartholomäus in Laumersheim. Die barocke Kirche, war lange Zeit eine Simultankirche und  wurde 1719-1721 als Erweiterungsbau einer gotischen Kirche errichtet, deren Chor noch in der Turmkapelle erhalten ist.


35. Christus als Weltenherrscher in einer Nische über dem Eingangsportal von St. Bartholomäus in Laumersheim.
Nachtrag von Meckiheidi:  Durch den Kommentar von Alexander Wißmann haben wir erfahren, dass der Barockbildhauer Martin Biterich diese Skulptur sowie den Hochaltar der Kirche gestaltet hat. Auch dessen Sohn Johann Georg Biterich hat bemerkenswerte Werke geschaffen, worüber Herr Wißmann hier geschrieben hat. Vielen Dank für den aufschlussreichen Hinweis - so etwas hatten wir bei unserem Blog immer erhofft!


36. Kruzifix vor der in Laurentiuskirche in Dirmstein. Diese Kirche ist ebenfalls und auch heute noch eine Simultankirche, als solche schon konzipiert und von Anfang an mit einer Trennmauer. Die Hallenkirche ist barock, der Turm hat einen romanisch-gotischen Unterbau. Die Baupläne stammen von Balthasar Neumann.


37. Dieses Hochkreuz steht auf dem Dirmsteiner Friedhof zwischen zwei Priestergräbern.
Die Inschrift lautet: O ihr Alle, die ihr vorübergehet am Wege, gebet Acht und schauet, ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerze. Klagl. Jerem. 1. Kap. 12

Sonntag, 8. Dezember 2013

In der Südwestpfalz: Kreuze in Leimen und Merzalben

Der Landkreis Südwestpfalz weist, so klein er ist, zwei sehr gegensätzliche Landschaften auf: im Osten der Pfälzer Wald mit seinen bewaldeten Hügeln, die an manchen Stellen sich von Horizont zu Horizont zu erstrecken scheinen, seinen stillen Tälern und spektakulären Sandsteinformationen; und im Westen der "Westrich", eine Höhenfläche mit offenen von kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben geformten Landschaften. Im äußersten Südwesten des Kreises liegt das 741 vom hl. Pirmin gegründete ehemalige Benediktinerkloster Hornbach, das im Hochmittelalter eines der bedeutendsten Kultur- und Entwicklungszentren des Deutschen Reiches war. Der Heilige ist vermutlich auch der Namenspatron der Stadt Pirmasens.






17. Dieses beeindruckende Kreuz steht in Leimen im Gräfensteiner Land südlich von Johanniskreuz. Leimen gehört trotz seiner abgelegenen Lage zu den ersten urkundlich erwähnten Niederlassungen im Westrich durch eine Urkunde mit der Papst Eugen III den Abt von St Maria zu Waldgassen in seinen Schutz nahm und u.a. Leimen als seinen Besitz bestätigte.



44. In Leimen auf dem Friedhof. Inschrift: O CRUX AVE SPES UNICA


18. Dieses eiserne Kreuz steht an der Ecke Höhstraße/Hauptstraße in Merzalben


19. Auch dieses schöne Kreuz steht in Merzalben. Die Inschrift lautet: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Joh. 11, 25


20. Und noch ein Kreuz in Merzalben. Es steht an der Bischof-Emanuel-Straße auf der Treppe, die zu der Kirche Heilig-Kreuz hinaufführt. Bischof Isidor Markus Emanuel war ein Sohn der Gemeinde Merzalben und von 1953 - 1968 Bischof von Speyer.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Back to business as usual: Lothringer Kreuze auch in Lothringen gesichtet



Während im letzten Beitrag zu Album 16 die "Lothringer Kreuze" auf der südwestpfälzischen Seite der deutsch-französischen Grenze vorgestellt wurden, kommen jetzt einige auf der lothringischen Seite zu ihrem Recht.


25. Das erste befindet sich in Walschbronn und ist zwar vom Standort her ein Lothringer Kreuz, aber nicht vom Typus her. Eigentlich ist es "nur" ein Fragment, aber ein besonders beeindruckendes. Walschbronn hat heute nur wenig mehr als 500 Einwohner, war aber im Mittelalter ein bedeutender Badeort. Leider ist nicht näher bezeichnet, wo das Corpusfragment hängt. Möglicherweise an der Dorfkirche?


26. Ein sehr schönes Lothringer Kreuz auf dem Friedhof in Walschbronn


27. Eine etwas einfachere Version neueren Datums, ebenfalls in Walschbronn. Inschrift: 
Errichtet zur Ehre Gottes
durch die Eheleute 
Oscar RETHER
Lina DURTHALER


28. Dieses liebevoll gepflegte Kreuz steht in Waldhouse, einer Gemeinde mit ca 390 Einwohnern.


29. Ein ganz besonders schönes und reich geschmücktes Exemplar vom Typus Lothringer Kreuz in Bousseviller.  Erstaunlicherweise ist darüber nichts Näheres in Erfahrung zu bringen. Der Stamm trägt ganz oben evtl Gottvater und unter dem Korpus evtl. ein Halbrelief des hl. Geistes in Gestalt einer Taube und außerdem die Leidenswerkzeuge. Auf dem Sockel stehen drei weibliche Figuren, von denen die mittlere eine weinende Frau, vermutlich die Gottesmutter darstellt, die wie häufig bei den Lothringer Kreuzen auf einem "Kissen" aus kleinen Wölkchen kniet. Ich nehme an, daran erkennt man die Heiligen. Die beiden anderen kann ich nicht identifizieren. Ganz unten sind zwei weitere Figuren im Halbrelief zu erkennen, möglicherweise die Stifter. Drauf bezieht sich wohl auch die Inschrift, die die Namen Johannes und Barbara nennt



30. Auch dieses Kreuz steht in Waldhouse. Ich bin nicht sicher, ob Sockel und Kreuz zusammengehören.


31a) Ähnliches gilt für dieses Lothringer Kreuz, ebenfalls in Waldhouse. Entweder gehören Sockel und Kreuz nicht zusammen oder einer der beiden Teile ist kürzlich renoviert worden und der andere nicht. Das Gesicht des Heilands scheint beschädigt oder zerstört zu sein.


31b) Dieses schöne Kreuz steht in Hanviller. Leider konnte ich darüber nichts weiter finden. In Lothringen scheint man die Kleindenkmale noch nicht so oft zu dokumentieren, zu fotografieren oder zu erwähnen, wie das diesseits der Grenze der Fall ist.

Samstag, 21. September 2013

In der Südwestpfalz: Lothringer Kreuze in Eppenbrunn, Schweix, Trulben, Hilst


11. Selbst vor der nichtssagendsten Fassade ist Platz für ein schönes Kreuz. Oder wars umgekehrt? Gut, dass das alte Kreuz von 1747 in Eppenbrunn nicht der Neubebauung weichen musste.
Ich vermute, es befindet sich in der Talstraße und wäre dann das älteste von acht Lothringer Kreuzen, die es in und um Eppenbrunn gibt. Hier findet man folgenden Eintrag:

Lothringer Kreuze


um Eppenbrunn, Kröppen und Trulben 

Die Lothringer Kreuze haben ihren Ursprung im Bitscher Land und sind eine in Stein gehauene Allerheiligenlitanei. Es befinden sich insgesamt acht solcher Kreuze in Eppenbrunn, Kröppen und Trulben. Das älteste befindet sich in Eppenbrunn in der Talstraße und ist aus dem Jahr 1747. Auf dem Lothringer Kreuz in Trulben ist z. B. eine sehr schöne Darstellung der Hubertus-Legende in Sandstein zu sehen.




12. Vermutlich gehören auch dieses und die nächsten beiden Kreuz in Schweix ebenso wie etliche andere Kreuze in diesem Eintrag zum Typus der Lothringer Kreuze. In Schweix sind insgesamt vier verzeichnet, drei davon in der Ringstraße. Ursprünglich waren diese Kreuze, die ab dem 18. Jahrhundert entstanden sind, farbig gefasst. Meist sind Kreuz und Korpus aus einem einzigen Stein  und die anderen Figuren im Halbrelief gearbeitet. Leider ging die bunte Bemalung in vielen Fällen mit der Zeit verloren und wurde, dem gegenwärtigen Zeitgeschmack entsprechend, auch bei Restaurationen bedauerlicherweise nicht wieder hergestellt.


13. Dieses Kreuz trägt eine Inschrift, von der auf dem Foto nur "Crux" und  vielleicht "Spes" zu erkennen ist. Vielleicht handelt es sich um die häufige Kreuzinschrift "Ave crux spes unica".


14. Dieses Kreuz ist mit der Jahreszahl 1821 bezeichnet, es ist also wahrscheinlich das bei der Friedhofstr. 11. Es trägt außerdem die Inschrift: Errichtet durch Franz Kölfer oder Köster (?). Eine der Figuren im Schaft trägt ein Kreuz über der Schulter; die andere stellt eine weinende Frau dar.


15. Dieses Kreuz steht ebenfalls in Schweix und hat wohl schon bessere Zeiten gesehen. Vielleicht ist es das vierte Lothringer Kreuz in Schweix und hat seine Relieffiguren verloren. Zwei verwitterte Puttenköpfe sind noch zu sehen.


16. Auch Hilst hat ein schönes Lothringer Kreuz aufzuweisen


21. Sieht so aus, als sei das der Rest eines Kreuzes bzw der Sockel oder Schaft mit den Heiligenfiguren, von dem das Kreuz entfernt oder zerstört wurde. Unter der oberen Figur, die wohl die Muttergottes darstellt steht U.M.V.L. Was kann das bedeuten? Die untere Figur ist mit Hl. Joseph bezeichnet. Die Inschrift ganz unten lautet: Errichtet aus Dankbarkeit von der Familie Petr. Gerlach. Her mein Jesus. Barmherzigkeit


22. Ein weiteres Lothringer Kreuz in Trulben. Die Inschrift ist auf dem Foto leider nicht lesbar.


23. Vermutlich der Rest eines Lothringer Kreuzes, ebenfalls in Trulben mit zwei schönen Heiligenfiguren mit Strahlenkranz. Die Heiligen auf den Schäften dieser Kreuze scheinen oft auf Wolkenkissen zu stehen.


24. Dieses ursprünglich wohl besonders schöne Lothringer Kreuz steht zwischen Trulben und Kröppen. Der Korpus ist zerschlagen! Über dieses Kreuz gibt es einen kleinen Youtube-Eintrag.



Die Inschrift ist auf dem Foto leider nicht lesbar.

Freitag, 6. September 2013

Im südöstlichsten Zipfel der Pfalz: Kreuze und eine Madonna in Niederotterbach, Kleinsteinfeld, Erlenbach und Schweighofen




39. Ein schönes Kruzifix vor goldenem Herbstlaub in Niederotterbach, möglicherweise auf dem Friedhof; leider ist die vergoldete Inschrift nicht lesbar.



40. Kreuzigungsgruppe im Feld bei Kleinsteinfeld. Das Gegenlicht macht die Inschrift auf den Sockeln, die die Figuren tragen, unlesbar, aber hier und hier kann man sie doch finden.

Inschrift auf dem rechten Sockel, der die Muttergottesfigur trägt: Jesum lieben war nur deine Freude. So zu lieben ist mein Herz bereit.

Auf dem linken Sockel mit der Johannesfigur: Erbitt mir doch Gelassenheit, wie du zu tragen Kreuz und Leid

Der Kreuzsockel trägt zwei Inschriften:

Unter der dritten Figur, vermutlich Maria Magdalena: Bitt das ich wie du   wahre Buse thu

und im Mittelfeld: Schaut Christen hier den Heiland an und lernet was er für uns gethan. Für alle Sünder flos sein Blut, doch nützt's nur dem der Buse thut



41. Ein besonders beeindruckendes Kreuz bei Erlenbach in der Nähe von Kandel. Scheint sehr alt zu sein.



42. In Schweighofen nahe der deutsch-französischen Grenze steht (wohl auf dem Friedhof) dieser interessante Bildstock mit zwei Kreuzen. Das obere sieht älter aus als der Rest.



43. Ein interessanter Brunnen mit einer Madonna auf der Mondsichel und dem Wappen von Schweighofen. Der Petrusschlüssel soll  an die ehemalige Benediktinerabtei Weißenburg (Wissembourg) erinnern.

Sonntag, 25. August 2013

Album 16, zuerst ein paar alte Bekannte: Kreuze und Grabsteine in Maikammer, Hainfeld und St. Martin und ...

zunächst ein kleiner Ausreißer: Die erste Seite des Albums schmückt das Foto eines ungewöhnlichen Kreuzes in Wittlich  an der Mosel.


Bei dem Gebäude, vor dem es steht, handelt es sich um das Burgtor oder Türmchen, ein ehemaliges Stadttor. Die Fenster wurden erst im 19. Jh. eigesetzt. Rechts oben ein Guckloch in Form einer Löwenfratze.


1. Grabstein an der Kirche in Maikammer


2. Details


32. ein schönes Kreuz in Maikammer - mal wieder




3. ein ungewöhnliches Kreuz mit Putte in Hainfeld



4. Grabstein mit Mönch in Hainfeld.
Inschrift: HIER RUHET IN GOTT
E. (oder F.?) MARTIN MARKHOFFER
dann folgt sowas wie "Handelsmann" und Meissenheim
weiter unten noch ein Name: Maria Magdalena Biechelberger zu Heinfeld
Ganz unten rechts und links von dem kleinen Kreuz mit Grabtuch (?) eine Jahreszahl, vermutlich 1815


5. noch ein Kreuz mit Puttenkopf in Hainfeld


6. ein Grabstein vermutlich an der Kirchenwand in Hainfeld


7. Hainfeld scheint für Überraschungen gut - ein sehr ungewöhnlicher Stein. Wer steht da am Kreuz? Es scheinen links eine Frau mit Krone und eine mit Heiligenschein und rechts zwei Männer oder ein Mann und eine Frau mit Kronen oder Strahlenkränzen.zu sein; die eine Figur hat außerdem ein Kreuz oder eine Taube auf der Brust und trägt einen merkwürdigen Stab. Die anderen Figuren tragen auch Attribute, die aber stark verwittert sind. Über den linken Figuren steht: JOHNS, darunter BARBARA und darunter I+S   + AA. Die rechte Inschrift ist auf dem Foto nicht vollständig lesbar


8. und noch einer. Die Inschrift ist auf dem Foto kaum oder nicht lesbar. Der Satz unmittelbar über den beiden Figuren lautet: "Von allen die ihn kannten". Klingt merkwürdig modern auf so einem verwitterten Stein ...


9. auch dieser ist ungewöhnlich. Er sieht rudimentär aus, aber dort wo etwas zu fehlen scheint, ist ewas eingraviert. Bloß was?


10. Ein wunderschönes "Seemannsgrab" in Hainfeld, eine Darstellung der göttlichen (oder auch  theologischen) Tugenden Glaube (Kreuz), Hoffnung (Anker) und Liebe (Herz)



 

38 a und b) zwei Muttergottesdarstellungen in der Friedhofsstraße in St. Martin