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Montag, 28. Januar 2013

Thomas von Aquin - engelgleicher Lehrer. Fest des Dominikanerordens


Anonymus. Thomas, Schutzpatron der
Universität von Cusco
Ich gestehe es frank und frei - bisher bin ich Thomas nicht gewachsen. Damit meine ich nicht, dass ich jemals erwartet hätte, ihm eines Tages im Selberdenken das Wasser reichen zu können. Nein, ich bin auch dem Nach-Denken bisher nicht sonderlich gewachsen. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf! Irgendwann werde ich mehr Zeit haben .. und dann ... in der Zwischenzeit lese ich eben nicht Thomas sondern  über Thomas.

Was ich aber lesen kann und was mir sehr ans Herz gewachsen ist, ist ein berühmtes Gebet des engelgleichen Lehrers. Lesen und Nach-Beten.

Allmächtiger Gott, gewähre mir die Gnade, glühend zu ersehnen, was wohlgefällig ist vor dir, es mit Weisheit zu erforschen, in Wahrheit zu erkennen, und vollkommen zu erfüllen. Ordne meinen Lebensweg zu Lob und Ehre deines Namens.
Lass mich deinen Willen erkennen und erfüllen, so wie es sich gebührt und meiner Seele Segen bringt.
Lass mich in Glück und Unglück treu zu dir stehen, im Glück demütig, im Unglück stark und ungebeugt. Nur was zu dir mich führt, soll meine Freude sein; nur was von dir mich trennt, soll mich betrüben.
Thomas, Sohn des hl. Dominikus.
 Fresco seines Ordensbruders Fra Angelico
Gib, dass ich niemand zu gefallen suche und keinem zu missfallen fürchte, als dir allein.
Was vergänglich ist, o Herr, das sei gering in meinen Augen; doch kostbar sei mir alles, was dein ist, um deinetwillen; und über alles andere sollst du selbst mit kostbar sein, o Herr, mein Gott. Jede Freude ohne dich sei mir zuwider; lass mich nichts suchen als dich allein.Für dich zu arbeiten, sei meine Freude und eine Ruhe ohne dich sei eine Last.
Gib, dass ich oft mein Herz zu dir erhebe und mit Reue und erneutem Vorsatz Sühne leiste, wenn ich gefehlt. Lass mich gehorsam sein ohne Widerspruch, arm im Geiste ohne Niedrigkeit der Gesinnung, rein ohne Flecken, geduldig ohne Klage, demütig ohne Verstellung, froh ohne Maßlosigkeit, traurig ohne Kleinmut, ernst ohne Anmaßung, rührig ohne Oberflächlichkeit, wahrhaft ohne Trug. Lass mich Gutes tun ohne Überheblichkeit.
Lass mich den Nächsten ermahnen ohne Hochmut,  und ihn erbauen in Wort und Beispiel ohne Falschheit.
Thomas, Lehrer der Kirche
(Cario Crivelli)
Gib mir, o Herr, ein wachsames Herz, das kein leichtfertiger Gedanke von dir ablenkt, ein edles Herz, das keine unwürdige Leidenschaft erniedrigt, ein gerades und aufrichtiges Herz , das kein gemeines Streben auf Abwege führen kann, ein starkes Herz, das keine Trübsal beugt, ein freies Herz, das sich von keiner bösen Macht beherrschen lässt.
Schenk mir, o Gott, Verstand, der dich erkennt, Eifer, der dich sucht, Weisheit, die dich findet, einen Wandel, der dir gefällt, Beharrlichkeit, die gläubig dich erwartet, Vertrauen, das am Ende dich umfängt.
Lass mich, o Herr, deine Strafen hienieden tragen im Geist der Buße und deine Wohltaten recht gebrauchen durch deine Gnade.
Lass mich deine Freude einst im Vaterland genießen durch deine Herrlichkeit, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.




Irgendwie hat es das Gebet sogar ins Gotteslob geschafft (Nr. 7.6). Mal sehen, ob es sich in der Neuausgabe auch wieder findet.

Sonntag, 1. April 2012

Zum Palmsonntag

Andachtsstätte im "Ruheforst Pfälzerwald" bei Bad Dürkheim

Ich bete an und beuge
Gottheit, mich vor Dir:
Du, der Tiefgeheime
weilt in Zeichen hier.
All mein Wesen neigt sich,
gibt sich ganz dahin,
weil ich, Dich betrachtend
nichts als Armut bin.

Augen, Mund und Hände
trügen sich in Dir,
doch der Schall der Botschaft
offenbart Dich mir.
Alles will ich glauben
Gottes wahrem Sohn,
seiner Rede lausch ich
als der Wahrheit Ton.

Einst verbarg am Kreuze
sich der Gott in Dir,
nun verhüllt der Mensch auch
sich dem Auge hier.
Gläubig sei umfangen,
hohe Zwienatur!
Wie der Schächer seufz ich
nach der ewigen Flur.

Ach, mein Thomasauge
sieht kein Wundenrot.
Dennoch ruft mein Glaube:
Du, Herr, bist das Brot.
Tief und tiefer werde
dieser Glaube mein,
tiefer lass die Hoffnung,
lass die Liebe sein.

Heiliges Gedächtnis
an des Herren Tod,
köstlich uns belebend,
Du lebendig Brot:
Gnädig werde Nahrung
meinem Geiste Du,
dass er Dein sich freue
wonnig immerzu!

Du, dem Pelikane
gleicher Jesu mein,
wasche, der ich unrein,
Blutender, mich rein.
Dieses Bluts ein Tropfen
ist der Welt genug,
gnädig tilgt er alle
Frevel, die sie trug.

Jesus, meinem Auge
bist Du hier verhüllt,
mein Verlangen betet
dass es einst sich stillt:
Unverhüllt erscheine,
Glorien-Angesicht,
dass ich selig schaue
Dich in Deinem Licht.
Amen.

(Eucharistischer Hymnus des Thomas von Aquin)