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Sonntag, 19. Februar 2017

In Lothringen: Kreuze, Kapellen und Heilige in Ohrenthal, Rolbing, Schweyen, Dorst


Nun geht es weiter mit dem lothringischen Teil von Album 20, nämlich mit der Region zwischen Bitsch und Hornbach.


Wie in der Handzeichnung angezeigt, gibt es auch dort eine Fülle von Fundstücken. Zunächst sollen die im nördlichsten Bereich um Ohrenthal, Rolbing, Schweyen und Dorst gezeigt werden. Viele Kreuze im Bitscherland sind auch hier beschrieben. 


3a. Die Kapelle Notre-Dame-de-la-Salette in Dorst. Dorst ist ein Ortsteil von Waldhouse, einer Gemeinde mit knapp 400 Einwohnern in den Nordvogesen, wenige km südlich der Grenze zur Pfalz. Dorst wurde Anfang des 18. Jh von Mennoniten gegründet, die die Herrschaft von Zweibrücken-Bitsch in der Schweiz erworben hatten. Die Einwanderer aus der Schweiz haben wohl auch erstmals die französische Sprache in diese ursprünglich deutschsprachige Region gebracht.


4.  Ausdrucksvolles Kreuz bei der Kapelle in Dorst.



6. Wegkreuz bei Schweyen. Die verwaschene Figur in der Nische ist an der Schlange, die sie zertritt als Madonna zu erkennen.



7. Lothringer Kreuz an der Kirche St. Wendelin in Schweyen, vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jh. Der Sockel trägt Figuren der Heiligen Wendelin als Hirte und  Margarete von Antiochien, die den Drachen mit dem Kreuz durchbohrt (unten),  sowie Apollonia, die gegen Zanschmerzen angerufen wird und sich die Backe mit einem Tuch warmhält, und Jakobus, erkennbar an den Muscheln auf seinem Mantel (oben)



8. Eingetragen im Album als "Lourdes-Madonna bei Schweyen", aber wohl offiziell eine Gebetsstätte zu Ehren der Muttergottes von Fatima, errichtet im Jahr 1937.


9. Chapelle des Saints bei Schweyen mit einem sehr schönen Lothringer Kreuz daneben, das im nächsten Foto noch einmal extra abgebildet ist.


10. Nähere Informationen über das Kreuz (und deutlichere Bilder) gibt es hier. Die abgebildeten Figuren sind unten: ein Bischof (evtl St. Blasius) und die Jungfrau Maria, darüber St. Wendelin und Margarete von Antiochien.


11. Noch ein Lothringer Kreuz im Feld nahe der Chapelle des Saints, das offenbar nach der Stifterfamilie "Croix Meyer" genannt wird. Im Sockel zeigt es unten die Heilige Familie und darüber Petrus, erkennbar am Schlüssel und möglicherweise Johannes. Auf unserem Foto nicht erkennbareInschrift: DIESES KREUTZ HAD LASEN AUFRICHTEN ZUR LOB GOTTES JOHANNES MEYER UND TERIG MEYER UND ANNA MARIA MEYER 1827. 


12. Kreuz vom Lothringer Typus beim Rolbinger Hof aus dem Jahr 1885, dessen Sockel unter einem Herz Jesu die Heiligen Wendelin und Sebastian zeigt.


13. Weiteres Kreuz am nördlichen Ortsausgang von Rolbing


14. Das sogenannte "Croix Leichtnam" in einem Garten nahe Ohrenthal, das wohl bis vor nicht allzu langer Zeit polychrom gefasst war. Unter dem Kruzifix findet sich eine Lourdes-Madonna im Halbrelief. Es wurde 1893 errichtet und trägt zwei Inschriften: Errichtet zur Ehre Gottes durch die Familie Leichtnam" und "Der hier 5 Vater unser und 5 Gegrüßet seist du Maria betet hat 40 Tage Ablaß" 


15. Monumentale Wegkreuz mit Kreuzigungsgruppe bei Ohrenthal, errichtet 1927. Die Nische trägt wieder eine Figur der Muttergottes von Lourdes. Außerdem links die hl. Therese vom Kinde Jesus und rechts den hl. Aloisius von Gonzaga. Inschriften: " Mein Jesus Verzeihung u. Barmherzigkeit durch die Verdienste deiner Heiligen Wunden, 300 Tage Ablasz. Und:  Errichtet zur Ehre Gottes durch die Eheleute Johann Nagel - Julia Hullar. Außerdem trägt das Kreuz die Signatur des Bildhauers J. Bichler von Hottwiller, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jh zahlreiche Wegkreuze, Kreuzigungsgruppen und Grabmonumente m Bitscherland geschaffen hat.




Sonntag, 18. September 2016

Im Elsass: Kreuze und eine Kapelle in Salmbach und Schleithal


Nur zwei Orte im Elsass spielen in diesem Album eine Rolle, aber dort gibt es eine Fülle von Wegkreuzen - offenbar noch viel mehr als in Album 20 abgebildet. 


19. Kreuz mit schönem Christus neben der Kapelle auf dem Friedhof von Salmbach, einer kleinen Gemeinde mit etwa 560 Einwohnern.


20 a. Eine Kombination von mehreren ursprünglich wohl nicht zusammengehörenden Elementen: ein vermutlich neueres Kreuz und eine ältere Figurenstele, in deren eine Nische eine Art Lourdes-Madonna gestellt wurde. 


20 b. Die Inschrift auf diesem Kreuz ist leider nicht vollständig abgebildet. Sie lautet: Errichtet aus Dankbarkeit durch sieben Familien, die in gefahrvoller Stunde ...


20 c. Der Korpus an diesem Kreuz in Salmbach wirkt alt, Sockel und Geisttaube aber eher modern. Die Jahreszahl auf dem Sockel, der sicher neueren Datums ist,  lautet wohl 2003.

Die folgenden beiden Kreuze vom Lothringer Typus finden sich westlich von Salmbach


21 a. Kreuzigungsgruppe mit großen Figuren von Maria und Johannes und einer kleineren Gruppe, die evtl. die heilige Familie darstellt und einigen ausdrucksvollen Köpfen am Fuß des Kreuzes


20 b. Vor dem nächsten Maisfeld steht diese schöne Kreuzigungsgruppe. Vermutlich stellt die kniende Figur Maria Magdalena dar, außer dem offenen Haar fehlt aber ein klares Attribut.

Die nächsten fünf Kreuze stehen in oder bei Schleithal, dem längsten Dorf im Elsass


22 a. Das erste ist wieder eine Kreuzigungsgruppe im Feld, wobei die Figuren diesmal nicht weiß gefasst sind und auf dem Foto teilweise im Schatten stehen



22 b. Ein eigenes Kreuz im Garten, das hat nicht jeder. Dieses hier gehört zu einem Hof in Schleithal und wird offenbar liebevoll gepflegt.


23 a. Wegkreuz im Feld bei Schleithal. Die Inschrift ist wegen des Zäunchens nur teilweise lesbar, ist aber wohl das klassische Jeremiah-Zitat: O ihr alle, die ihr vorübergehet, schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei wie mein Schmerz.


23 b. Dieses sehr schöne Kreuz steht auf dem Friedhof von Schleithal. Die Inschrift ist  ein Zitat von Joh. 11, 25: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.


23 c. Auch bei diesem Wegkreuz bei Schleithal sind wohl Alt und Neu kombiniert worden