Weihnachten ist ja eine Zeit, wo man alte Sachen hervorkramt
und sich erinnert – je älter, je mehr. Diese Gebäckschale aus Holz habe ich vor langer Zeit bemalt für unsere Eltern. Ich kann mich erinnern, als Kind fand ich sie nicht
gut genug. Ich hatte mir das viel viel schöner vorgestellt. Es war so schwer,
mit Pinsel und Wasserfarben zu malen! Ich hatte doch alles so genau vor mir
gesehen – den goldenen Stern, der hätte klare Konturen haben sollen, die
Muttergottes ein liebliches Gesicht, der Esel sollte nicht so winzig sein. Jahr
für Jahr wunderte ich mich, warum Mama und Papa dieses in meinen Augen
“verpfuschte Teil” als Schale für die Plätzchen nahmen.
Als Papa gestorben war, packte meine Schwester Gabriele “das Teil” in einen Karton
und sagte: "Das solltest du mitnehmen, das hast du doch mal gemacht." Heute
endlich erkenne ich, dass es so schön war, wie ich es eben machen konnte, und
damit für die Eltern einmalig schön. Schöner als etwas Gekauftes, schöner als
Abziehbildchen, schöner als etwas Durchgepaustes. Was gibt es Besseres als ein
Geschenk eines Kindes! So habe ich bis heute einen pausbäckigen, leicht
verknitterten Engel aus Styropor und Goldpapier, den meine Tochter mal gebastelt hat.
Auch dieses Jahr hat er einen Platz neben der Krippe. Sein Lächeln ist so
herzerfrischend, wie nur Kinder es malen können!
Ich stelle mir vor, so freut sich der liebe Gott an uns, wenn
wir das Beste machen, was wir können.
Dass es uns immer wieder mal gelingt, das wünsche ich mir und uns
allen.
Frohe und gesegnete Weihnachten!