Dienstag, 7. Januar 2014

So schändlich zugericht'... ich kann es nicht verstehen ...

Wegekreuz in Viernheim längs der Rudolf  Harbig Halle
... von Vandalen an den Weihnachtsfeiertagen zerstört. Ich sehe es nicht mehr, aber dennoch muss ich an das traurige und bekannte Lied denken:

O Haupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden
Mit einer Dornenkron’,
O Haupt, sonst schön gezieret
Mit höchster Ehr’ und Zier,
Jetzt aber hoch schimpfieret:
Gegrüßet sei’st du mir!

Blogger Josef Bordat berichtete hierüber und über weitere Verwüstungen.

Nun, was du, Herr, erduldet,
Ist alles meine Last;
Ich hab’ es selbst verschuldet,
Was du getragen hast.
Schau her, hier steh’ ich Armer,
Der Zorn verdienet hat;
Gib mir, o mein Erbarmer,
Den Anblick deiner Gnad’!

Wenn nur die gnadenlosen Zerstörer eines Tages so beten können - das hoffe ich! Für sie und für uns alle.

Nachtrag: Noch mehr über solche Vorkommnisse hat JoBo von seinen Lesern erfahren. Auch in der Sylvesternacht waren Vandalen am Werk, die den Glauben und die religiösen Überzeugungen von Menschen verhöhnen.

Mit einer Birke wurde diese Christusfigur in Wittichenau in der Sylvesternacht zerschlagen.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Dienstag, 24. Dezember 2013

Gesegnetes Weihnachtsfest - ihr Kinderlein, kommet!


 
Weihnachten ist ja eine Zeit, wo man alte Sachen hervorkramt und sich erinnert – je älter, je mehr. Diese Gebäckschale aus Holz habe ich vor langer Zeit bemalt für unsere Eltern. Ich kann mich erinnern, als Kind fand ich sie nicht gut genug. Ich hatte mir das viel viel schöner vorgestellt. Es war so schwer, mit Pinsel und Wasserfarben zu malen! Ich hatte doch alles so genau vor mir gesehen – den goldenen Stern, der hätte klare Konturen haben sollen, die Muttergottes ein liebliches Gesicht, der Esel sollte nicht so winzig sein. Jahr für Jahr wunderte ich mich, warum Mama und Papa dieses in meinen Augen “verpfuschte Teil” als Schale für die Plätzchen nahmen.
Als Papa gestorben war, packte meine Schwester Gabriele “das Teil” in einen Karton und sagte: "Das solltest du mitnehmen, das hast du doch mal gemacht." Heute endlich erkenne ich, dass es so schön war, wie ich es eben machen konnte, und damit für die Eltern einmalig schön. Schöner als etwas Gekauftes, schöner als Abziehbildchen, schöner als etwas Durchgepaustes. Was gibt es Besseres als ein Geschenk eines Kindes! So habe ich bis heute einen pausbäckigen, leicht verknitterten Engel aus Styropor und Goldpapier, den meine Tochter mal gebastelt hat. Auch dieses Jahr hat er einen Platz neben der Krippe. Sein Lächeln ist so herzerfrischend, wie nur Kinder es malen können!



Ich stelle mir vor, so freut sich der liebe Gott an uns, wenn wir das Beste machen, was wir können.


Dass es uns immer wieder mal gelingt, das wünsche ich mir und uns allen. 


Frohe und gesegnete Weihnachten!

Sonntag, 8. Dezember 2013

In der Südwestpfalz: Kreuze in Leimen und Merzalben

Der Landkreis Südwestpfalz weist, so klein er ist, zwei sehr gegensätzliche Landschaften auf: im Osten der Pfälzer Wald mit seinen bewaldeten Hügeln, die an manchen Stellen sich von Horizont zu Horizont zu erstrecken scheinen, seinen stillen Tälern und spektakulären Sandsteinformationen; und im Westen der "Westrich", eine Höhenfläche mit offenen von kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben geformten Landschaften. Im äußersten Südwesten des Kreises liegt das 741 vom hl. Pirmin gegründete ehemalige Benediktinerkloster Hornbach, das im Hochmittelalter eines der bedeutendsten Kultur- und Entwicklungszentren des Deutschen Reiches war. Der Heilige ist vermutlich auch der Namenspatron der Stadt Pirmasens.






17. Dieses beeindruckende Kreuz steht in Leimen im Gräfensteiner Land südlich von Johanniskreuz. Leimen gehört trotz seiner abgelegenen Lage zu den ersten urkundlich erwähnten Niederlassungen im Westrich durch eine Urkunde mit der Papst Eugen III den Abt von St Maria zu Waldgassen in seinen Schutz nahm und u.a. Leimen als seinen Besitz bestätigte.



44. In Leimen auf dem Friedhof. Inschrift: O CRUX AVE SPES UNICA


18. Dieses eiserne Kreuz steht an der Ecke Höhstraße/Hauptstraße in Merzalben


19. Auch dieses schöne Kreuz steht in Merzalben. Die Inschrift lautet: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Joh. 11, 25


20. Und noch ein Kreuz in Merzalben. Es steht an der Bischof-Emanuel-Straße auf der Treppe, die zu der Kirche Heilig-Kreuz hinaufführt. Bischof Isidor Markus Emanuel war ein Sohn der Gemeinde Merzalben und von 1953 - 1968 Bischof von Speyer.

Freitag, 6. Dezember 2013

Heiliger Nikolaus, Schutzpatron der Kinder, Seeleute, der Reisenden, Pilger und Gefangenen, bitte für uns


Ikone des Hl. Nikolaus, unbekannter Künstler aus Zentralrußland - von hier

Gütiger Heiliger Nikolaus, bitte für alle, die heute Nacht und in kommenden Tagen und Nächten in Stürmen und Nöten unterwegs sind. Bitte auch für Nelson Mandela, der sich auf den Weg in die ewige Heimat gemacht hat. Auch er war ein Pilger, ein Reisender, ein Gefangener und ein geliebtes Kind - und Vater - seines Landes.



Ausfahrt

Vom Lande steigt Rauch auf.
Die kleine Fischerhütte behalt im Aug,
denn die Sonne wird sinken,
ehe du zehn Meilen zurückgelegt hast.

Das dunkle Wasser, tausendäugig,
schlägt die Wimper von weisser Gischt auf,
um dich anzusehen, gross und lang,
dreissig Tage lang.

Auch wenn das Schiff hart stampft,
und einen unsicheren Schritt tut,
steh ruhig auf Deck.

An den Tischen essen sie jetzt
den geräucherten Fisch;
dann werden die Männer hinknien
und die Netze flicken
aber nachts wird geschlafen,
eine Stunde oder zwei Stunden,
und ihre Hände werden weich sein,
frei von Salz und Öl,
weich wie das Brot des Traumes,
von dem sie brechen.

Die erste Welle der Nacht schlägt ans Ufer,
die zweite erreicht schon dich.
Aber wenn du scharf hinüberschaust,
kannst du den Baum noch sehen,
der trotzig den Arm hebt
- einen hat ihm der Wind schon abgeschlagen
- und du denkst: wie lange noch,
wie lange noch
wird das krumme Holz den Wettern standhalten?
Vom Land ist nichts mehr zu sehen.
Du hättest dich mit einer Hand in die Sandbank krallen
oder mit einer Locke an die Klippen heften sollen.

In die Muscheln blasend, gleiten die Ungeheuer des Meers
auf die Rücken der Wellen, sie reiten und schlagen
mit blanken Säbeln die Tage in Stücke, eine rote Spur
bleibt im Wasser, dort legt dich der Schlaf hin,
auf den Rest deiner Stunden,
und dir schwinden die Sinne.

Da ist etwas mit den Tauen geschehen,
man ruft dich, und du bist froh,
dass man dich braucht. Das Beste
ist die Arbeit auf den Schiffen,
die weithin fahren,
das Tauknüpfen, das Wasserschöpfen,
das Wändedichten und das Hüten der Fracht.
Das Beste ist, müde zu sein und am Abend
hinzufallen. Das Beste ist, am Morgen,
mit dem ersten Licht, hell zu werden,
gegen den unverrückbaren Himmel zu stehen,
der ungangbaren Wasser nicht zu achten,
und das Schiff über die Wellen zu heben,
auf das immerwiederkehrende Sonnenufer zu.


(Ingeborg Bachmann)


Sonntag, 1. Dezember 2013

Erwartungsfrohen ersten Advent euch allen!




Komet ISON , 24.11.2013




Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst all meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, Herr, nicht schon wüsstest.

Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch
ich kann sie nicht begreifen.

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.

(aus Psalm 139)




Foto von hier

Dienstag, 19. November 2013

Blogparade - ein Lieblingslied aus dem "alten" Gotteslob..

Andrea hat in ihrem Blog eine "Blogparade" eröffnet, zum Thema: "Mein Lieblingslied im alten Gotteslob / Gesangbuch." An Allerseelen hat Severus dafür gesorgt, dass mir ein Lieblingslied aus Kinderzeiten neu bewusst geworden ist:

 "Wir sind nur Gast auf Erden" (GL Nr. 656)

Wir sind nur Gast auf Erden, und wandern ohne Ruh,
 mit mancherlei Beschwerden, der ewigen Heimat zu.

Die Wege sind verlassen, und oft sind wir allein.
In diesen grauen Gassen will niemand bei uns sein.

Nur einer gibt Geleite, das ist der Herre Christ;   
 er wandert treu zur Seite, wenn alles uns vergißt.

Gar manche Wege führen aus dieser Welt hinaus.
 O daß wir nicht verlieren den Weg zum Vaterhaus.

Und sind wir einmal müde, dann stell ein Licht uns aus. 
 O Gott, in deiner Güte; dann finden wir nach Haus.



In meiner Kinderzeit war dieses Lied eine Art Einläuten für die Weihnachtszeit, denn ab Allerheiligen begannen die Kerzen zu leuchten. Tannen wurden zu Gestecken verarbeitet und auf den Friedhof gebracht. Da war es geheimnisvoll und ehrfurchtgebietend. In meiner Erinnerung war der "Herre Christ" einfach das Christkind. Da hatten wir so ein altes Kinderbuch, wo das Christkind zu sehen war, wie es hinter zwei Kindern herging und sie beschützte. Der altertümliche Ausdruck "Geleite geben" war mir so wirklich verständlich. Ich habe einfach daran geglaubt! Natürlich hatte ich keine Vorstellung von "mancherlei Beschwerden". Aber ich konnte ja Eltern und Oma fragen. Was genau die mir geantwortet haben, weiß ich nicht mehr. Vielleicht, dass einem kalt ist und die Füße weh tun, wenn man lange Wege durch graue Gassen geht. Das musste ich aber nicht erleben. Ich hatte Familie. Auf dem Friedhof, den ich heute noch gerne besuche, gab es zahme Eichhörnchen, Meisen, die einem auf die Hand flogen, Lichter und Blumen. Und hinter mir ging unsichtbar das Christkind! 
Im Fernsehen gibt es zur Zeit eine Themenwoche "Glück". Wenn ich so darüber nachdenke, spüre ich mehr und mehr: DAS war Glück! Familie. Leben und Tod - eine Einheit. Das Christkind und Engel. Keine Angst haben. Der Heiland ist ja da. Lieder. Melodien. Feiertage.
 Wunder!

Und dazu jetzt noch'n Gedicht:

Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hin halten 
(Hilde Domin)


(Bild von hier)