Das 20. Album führt uns erneut und ausschließlich ins französische Nachbarland und zwar sowohl ins Elsass als auch nach Lothringen. Hier schon mal ein Überblick, die ersten Bilder folgen demnächst.
Wegkreuze und Bildstöcke aus der Pfalz und umgebenden Landstrichen, fotografiert von Wilhelm Neu in den Jahren 2006 bis 2011.
Mittwoch, 31. August 2016
Weiter gehts!
21 Alben waren angekündigt und 21 Alben werdens werden, auch wenn die Abstände zwischen unseren Einträgen manchmal sehr groß sind.
Das 20. Album führt uns erneut und ausschließlich ins französische Nachbarland und zwar sowohl ins Elsass als auch nach Lothringen. Hier schon mal ein Überblick, die ersten Bilder folgen demnächst.
Das 20. Album führt uns erneut und ausschließlich ins französische Nachbarland und zwar sowohl ins Elsass als auch nach Lothringen. Hier schon mal ein Überblick, die ersten Bilder folgen demnächst.
Montag, 7. März 2016
Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten
Am 5.3.2016 ist Nikolaus Harnoncourt friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen.Trauer und Dankbarkeit sind groß. Es war eine wunderbare Zusammenarbeit.
Mit diesen Worten unterrichtete Alice Harnoncourt die Öffentlichkeit über den Tod ihres Mannes, mit dem sie eine mehr als 60 Jahre währende Ehe und eben so lange musikalische Zusammenarbeit verband. Innerhalb dieser "Öffentlichkeit" gibt es viele, die sein Tod sehr bewegt, und ich gehöre zu ihnen. Nikolaus Harnoncourt (mit vollem Namen Johann Nikolaus Graf de la Fontaine und d'Harnoncourt-Unverzagt, geboren am Nikolaustag 1929) verdanke ich das wenige, was ich von Musik begriffen habe und darüber hinaus viele weitere Einsichten. Obwohl wir uns natürlich nie persönlich begegnet sind, stehen deshalb nicht nur seine Bücher * sondern auch sein Foto auf meinem Bücherregal neben denen meiner Eltern, enger Freunde und Verwandten und dem von Gilbert Keith Chesterton.
Schon zu seinem 80. Geburtstag hatte er gescherzt: "Es gibt ein Ablaufdatum bei mir. Natürlich plane ich - aber ich warne jeden, de mit mir etwas plant." Am Tag vor seinem 86. Geburtstag war dann das Ablaufdatum erreicht. In gewohnter Souveränität trat er vom Pult ab und richtete ein letztes Wort an sein Publikum - in Form eines Einlegeblatts in das schon gedruckte Programmheft:
Wie ihn Kollegen gesehen haben, mag ein Zitat aus dem Nachruf des ORF wiedergeben:
Für die Wiener Philharmoniker ist nach dem Tod von Harnoncourt „nichts mehr so, wie es war“. Das schrieb Vorstand Andreas Großbauer im Namen das Orchesters, das sich derzeit auf Tournee in Südamerika befindet. Harnoncourt war Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Zweimal - 2001 und 2003 - hatte er das Neujahrskonzert dirigiert.
Ein besonderes Erlebnis war es, einmal einer Probe mit einer Gruppe junger Musiker beiwohnen zu dürfen und die Art und Weise zu erleben, wie er mit alltäglichen und nicht so alltäglichen Vergleichen versuchte, deren Fantasie und Erinnerungen zu nutzen ("Stellen Sie sich einen ungarischen Liebhaber vor!…nein, das ist kein ungarischer Liebhaber, da schläft die Angebetete ja gleich ein - das muss viel feuriger sein"), um ihnen verständlich zu machen, was der Komponist in der Musik, in einem musikalischen Motiv ausdrücken wollte. Beispiele für seine Redekunst und Lust an Vergleichen und der Metaphern lassen sich leicht finden.
"Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage - sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Menschsein" - mit diesem Zitat von ihm hat die FAZ online über seinen Tod berichtet. Malerische Aphorismen dieser Art waren eine der ganz großen Begabungen dieses auf mehreren Ebenen Sprach-Kundigen. Statt meinerseits noch mehr dürftige Worte über ihn zu verlieren, möchte ich einige davon hier zitieren. Die Autorin und der Verlag, in dem sie veröffentlicht wurden, mögen es mir verzeihen und als Werbung ansehen.
Zitate aus "Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten" (Sabine Gruber) notiert bei Proben zur Heiligmesse (Joseph Haydn) mit dem Arnold-Schoenberg-Chor
(T 13-20)
Die beiden "Kyrie eleison" - das drückt Erfüllung - Nichterfüllung aus, die zwei Takte dazwischen, nach dem Trugschluss, die heißen: ojeojeoje
(Fugenthema Kyrie T. 35ff, zu den Chorbässen)
Irgendwie ist das nicht echt, klingt so - profimäßig
(T 57 ff, chromatischer Abstieg in Sopran und Alt)
Verzweiflung und Nichterfüllung! Heulen! Ich dreh durch! - Nur der Tenor darf ein bisserl schön sein.
(T 128)
Bässe! Richtig schreien! Es klingt sonst wie ein harmloser Feuersalamander gegen ein Krokodil!
Schreien ist verboten, ich weiß, aber es ist richtig. Ich finde schon, dass ein Chor schreien darf … aber ich bin ja kein Inhaber eines Chores
T(67 ff)
Mit diesen Worten unterrichtete Alice Harnoncourt die Öffentlichkeit über den Tod ihres Mannes, mit dem sie eine mehr als 60 Jahre währende Ehe und eben so lange musikalische Zusammenarbeit verband. Innerhalb dieser "Öffentlichkeit" gibt es viele, die sein Tod sehr bewegt, und ich gehöre zu ihnen. Nikolaus Harnoncourt (mit vollem Namen Johann Nikolaus Graf de la Fontaine und d'Harnoncourt-Unverzagt, geboren am Nikolaustag 1929) verdanke ich das wenige, was ich von Musik begriffen habe und darüber hinaus viele weitere Einsichten. Obwohl wir uns natürlich nie persönlich begegnet sind, stehen deshalb nicht nur seine Bücher * sondern auch sein Foto auf meinem Bücherregal neben denen meiner Eltern, enger Freunde und Verwandten und dem von Gilbert Keith Chesterton.
Schon zu seinem 80. Geburtstag hatte er gescherzt: "Es gibt ein Ablaufdatum bei mir. Natürlich plane ich - aber ich warne jeden, de mit mir etwas plant." Am Tag vor seinem 86. Geburtstag war dann das Ablaufdatum erreicht. In gewohnter Souveränität trat er vom Pult ab und richtete ein letztes Wort an sein Publikum - in Form eines Einlegeblatts in das schon gedruckte Programmheft:
Wie ihn Kollegen gesehen haben, mag ein Zitat aus dem Nachruf des ORF wiedergeben:
Für die Wiener Philharmoniker ist nach dem Tod von Harnoncourt „nichts mehr so, wie es war“. Das schrieb Vorstand Andreas Großbauer im Namen das Orchesters, das sich derzeit auf Tournee in Südamerika befindet. Harnoncourt war Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Zweimal - 2001 und 2003 - hatte er das Neujahrskonzert dirigiert.
„Wir werden diesen Querkopf, Andersdenker und Tiefenbohrer in die menschlichen Seelen vermissen. Viele Werke von Johann Sebastian Bach bis Alban Berg haben wir durch ihn neu gelernt. Seine bahnbrechenden Interpretationen führten uns an unsere Grenzen und darüber hinaus. Sie haben uns vor den Kopf gestoßen, erschüttert - und überzeugt. In tiefer Verbundenheit gilt unser Mitgefühl seiner Familie“
Ich hatte zuerst Mitte der Neunziger von ihm in der "Zeit" gelesen - als ich noch gar keine Ahnung von Musik hatte. Besonders faszinierten mich seine Schilderungen des Daseins eines Orchestermusikers zwischen Meisterschaft und Unterordnung. Vielleicht war es dieses Interview hier, aber ich glaube nicht. Von da an wünschte ich mir, ihn einmal zu erleben, und als es mich 1996 nach Berlin verschlug, war es soweit. Ich hatte nur einen der billigen Plätze auf dem Podium der Philharmonie hinter dem Orchester ergattern können, aber das stellte sich als großes Glück heraus: Die Klangqualität ist hinter dem Orchester natürlich bescheiden aber stattdessen konnte ich sehen. Sehen, warum es einen Dirigenten gibt - was ich Banause mich vorher immer gefragt hatte. Sehen wie sich der Klang aus den Fingern (er arbeitete immer ohne Taktstock) und den Augen dieses Dirigenten durch das Orchester bewegte. Der Klang wurde geradezu körperlich - ein lebendes atmendes sich bewegendes Wesen. Es wurde greifbar, warum dieser Mann darauf bestand, dass Sprache Musik ist und Musik Sprache. Von da an faszinierte mich Musik, was u.a. in den vergeblichen Versuch mündete, mit über 40 Jahren noch ein Instrument zu erlernen. Anderes war nicht so vergeblich.| Nikolaus Harnoncourt bei seinem Abschied von Berlin im Konzerthaus am Gendarmenmarkt im Oktober 2014 |
"Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage - sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Menschsein" - mit diesem Zitat von ihm hat die FAZ online über seinen Tod berichtet. Malerische Aphorismen dieser Art waren eine der ganz großen Begabungen dieses auf mehreren Ebenen Sprach-Kundigen. Statt meinerseits noch mehr dürftige Worte über ihn zu verlieren, möchte ich einige davon hier zitieren. Die Autorin und der Verlag, in dem sie veröffentlicht wurden, mögen es mir verzeihen und als Werbung ansehen.
| Lächeln kann er auch ... |
(T 13-20)
Die beiden "Kyrie eleison" - das drückt Erfüllung - Nichterfüllung aus, die zwei Takte dazwischen, nach dem Trugschluss, die heißen: ojeojeoje
(Fugenthema Kyrie T. 35ff, zu den Chorbässen)
Irgendwie ist das nicht echt, klingt so - profimäßig
| und sogar noch ein bisschen mehr - obwohl er fand, dass das laute Lachen nie Freude ausdrückt, höchstens Schadenfreude |
Verzweiflung und Nichterfüllung! Heulen! Ich dreh durch! - Nur der Tenor darf ein bisserl schön sein.
(T 128)
Bässe! Richtig schreien! Es klingt sonst wie ein harmloser Feuersalamander gegen ein Krokodil!
Schreien ist verboten, ich weiß, aber es ist richtig. Ich finde schon, dass ein Chor schreien darf … aber ich bin ja kein Inhaber eines Chores
T(67 ff)
Ihr schwebts da wie die Seraphime, die haben keine Beine aber sechs Flügel, und die schauen einen immer an, egal ob man da oder dort steht.
| inmitten seiner Musiker - der Concentus Musicus |
(T 5ff, "Patrum omnipotentem, factorem coeli et terrae"; zum Chor)
Ihr singts: Der hat alles gemacht. Homework. Und das Orchester macht die Nutverbindungen.
(T 39ff; "Genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia factum sunt")
Der ganze Chor findet das witzig, dass er "genitum" ist und nicht "factum", dass er gezeugt und nicht gemacht und einfach plötzlich so da ist.
(T 141 ff; "Judicare vivos et mortuos", unterbricht, zum Chor)
Sie sind Verteidiger, oder? Sie hauen jeden raus … Aber nein! Sie sind Staatsanwälte!! Sie bringen alle in die Hölle!
(T 166 ff; "Et in spiritum sanctum, Dominum, et vivicantem …")
Normalerweise ist er ja immer ein Vogerl, der heilige Geist, aber hier sind das Insekten … können Sie das bitte singen wie tanzende Libellen?
etc etc etc
Nikolaus Harnoncourt, mögen Sie ruhen in Frieden und das ewige Licht leuchte Ihnen. Ich freue mich darauf, Ihnen dereinst zu begegnen, wenn der Herr es will.
*von Nikolaus Harnoncourt:
Musik als Klangrede. Wege zu einem neuen Musikverständnis. Bärenreiter Verlag. ISBN 3-423-10500-3; 1982 Residenz Verlag. ISBN 3-7017-0315-9.
Der musikalische Dialog. Gedanken zu Monteverdi, Bach und Mozart. Bärenreiter Verlag 2001; Residenz Verlag 1984. ISBN 3-7017-0372-8.
Was ist Wahrheit? Zwei Reden. Residenz Verlag 1995. ISBN 3-7017-0889-4
Töne sind höhere Worte. Gespräche über romantische Musik. Residenz Verlag 2007. ISBN 978-3-7017-3055-1
über Nikolaus Harnoncourt; u.a.:
Monika Mertl: Vom Denken des Herzens: Alice und Nikolaus Harnoncourt. Eine Biographie. Residenz Verlag 1999. ISBN 3-7017-1051-1
Sabine Gruber: Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten. Die Sprachbilderwelt des Nikolaus Harnoncourt. Residenz-Verlag 2003. ISBN 3-7017-1345-6
Sabine Gruber: Mit einem Fuß in der Frühlingswiese. Ein Spaziergang durch Haydns Jahreszeiten mit Sprachbildern von Nikolaus Harnoncourt. Residenz Verlag 2009. ISBN 978-3-7017-1517-6
Interview mit Jürgen Flimm, Regisseur und Intendant der Berliner Staatsoper, anlässlich des Todes von Nikolaus Harnoncourt
Eine Würdigung durch die Berliner Philharmoniker, mit denen er so häufig gearbeitet hat.
Gedenkseite der Styriarte, des Festivals in Graz, das jeden Sommer mit ihm und zu seinen Ehren stattfand
Interview mit Jürgen Flimm, Regisseur und Intendant der Berliner Staatsoper, anlässlich des Todes von Nikolaus Harnoncourt
Eine Würdigung durch die Berliner Philharmoniker, mit denen er so häufig gearbeitet hat.
Gedenkseite der Styriarte, des Festivals in Graz, das jeden Sommer mit ihm und zu seinen Ehren stattfand
Die ellenlange Diskograpie wird jeder Interessierte leicht finden. Das und andere Infos über ihn unter www.harnoncourt.info
Und hier berichtet noch ein Harnoncourt-Freund unter den Bloggern
Und hier berichtet noch ein Harnoncourt-Freund unter den Bloggern
Samstag, 5. März 2016
Und zum Schluss ins Elsass: drei Kreuze in Scheibenhardt und Niederlauterbach,
Kaum zu glauben, dass Album 19 mehr als ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hat. Der erste Eintrag begann mit den Worten "neues Jahr, neues Album". Nun denn, manche Jahre lassen einfach nicht genug Zeit für Blogeinträge. Hoffen wir, dass das übrige 2016 da besser wird. Es gibt aber auch nur noch zwei Alben ...
Die folgenden drei Kreuze gehören allerdings noch zu Album 19 und zwar zur südöstlichen elsässischen Ecke
40. Scheibenhard. Dieser Ort im Elsass im Département Bas-Rhin ist ist vom deutschen Ort Scheibenhardt durch das Flüsschen Lauter getrennt. Das ist seit dem Wiener Kongress so - damals wurde die Lauter zum Grenzfluss erklärt. Leider scheint (oder schien?) der Fluss eine echte Grenze im Kopf darzustellen. Ob es inzwischen besser ist? Immerhin gibt es hiwwe wie driwwe Wegkreuze.
41. Niederlauterbach: Ähnlich grenznah liegt Niederlauterbach. Bis auf die Jahreszahl 1927 (auf der rechten Seite zusammen mit der Angabe des Stifterehepaars) kann ich die Inschrift leider nicht lesen.
Ein weiteres Kreuz in Niederlauterbach kann man dank Geocaching hier finden.
42. Und zu guter Letzt noch ein Kreuz in Niederlauterbach.
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Mittwoch, 13. Januar 2016
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Süßer die Glocken nie klingen ...
Adventskalender! Das Christkind kommt bald!
Eine Erinnerung: Die Adventskalender meiner Kindheit hatten noch keine Schokoladenfüllung. Da waren hinter den Fenstern so kleine Bildchen. Eigentlich war es immer ein wenig schade, die Türchen zu öffnen, denn die Adventskalender waren bestreut mit Glitzerstaub. Die Bildchen waren zwar nicht aus Schoki, aber trotzdem spannend. Mit der Zeit wussten wir Kinder ungefähr, was kommen würde. Mal war es eine Kerze, mal ein Schaukelpferd. Am Nikolaustag oft ein Lebkuchenherz. Was besonderes war schon ein Engelchen. Und am Heiligen Abend gab es ein großes Tor, hinter dem sich ein Krippenbild verbarg!
Eines der kleinen Bildchen war immer eine Glocke, ungefähr so:
Eingefallen ist mir das bei einem Spaziergang neulich. Ich befand mich auf einer Anhöhe, sah auf ein Dorf in der Umgebung hinunter und die Kirchenglocke läutete zum Mittag, wie allgemein gesagt wird. In letzter Zeit wurde ich öfter gefragt - von den verschiedensten Leuten - wieso um 12 Uhr die Glocken läuten. Angelusläuten - das sagt kaum jemand mehr was. Es war ein schöner Tag, leicht neblig, aber die Sonne kämpfte sich hervor.
Ich genoss die Aussicht und auch das Geläut und dachte darüber nach, wie traurig es wäre, wenn keine Glocken mehr läuten würden. Es gibt schon Orte mit Verboten und viel Kritik daran!
Dabei fiel mir meine Kunstlehrerin ein, die ich vor etwa 45 Jahren am Gymnasium hatte. (Seltsam, wie gerade in der Weihnachtszeit sich die Erinnerungen regelrecht aufdrängen!) Ich mochte sie nicht besonders, denn sie gab mir immer nur Note Drei - dabei fand ich, dass meine Werke deutlich bessere Noten verdient hatten. Etwas von dem was sie einmal sagte, ist mir aber unvergessen. Auch sie erzählte von einem Spaziergang. Sie habe heruntergeschaut auf ein Dorf inmitten herrlicher Landschaft, sagte sie, und gedacht, wie schön doch dieser Anblick sei! Aber etwas habe ihr gefehlt. Sie kam nicht drauf, was es sein könnte. Erst später, als sie schon längst weitergegangen war, fiel es ihr ein, was sie gestört hatte. Das Dorf, meinte sie, hatte so eine "moderne Kirche" ohne Kirchturm.
Ich weiß gar nicht mehr, was sie uns damals lehren wollte, unsere Kunstlehrerin. Aber ich verstand sofort was sie meinte. Zu unserer Landschaft gehören Dörfer und Städte mit Kirchtürmen. Zu den Kirchtürmen und zur Heimat gehört der Klang von Kirchenglocken. Nicht nur, aber ganz besonders zur Weihnachtszeit! Und zu uns allen gehört auch unser Glaube an den Heiland, der sich uns neu schenkt.
So und jetzt zum Schluss noch ein Adventskalender-Bild. Und schon wieder eine Erinnerung, an ein uraltes Kinderbuch, das ich "alle Jahre wieder" lesen will. Frohe, gesegnete Weihnachten uns allen!
Eine Erinnerung: Die Adventskalender meiner Kindheit hatten noch keine Schokoladenfüllung. Da waren hinter den Fenstern so kleine Bildchen. Eigentlich war es immer ein wenig schade, die Türchen zu öffnen, denn die Adventskalender waren bestreut mit Glitzerstaub. Die Bildchen waren zwar nicht aus Schoki, aber trotzdem spannend. Mit der Zeit wussten wir Kinder ungefähr, was kommen würde. Mal war es eine Kerze, mal ein Schaukelpferd. Am Nikolaustag oft ein Lebkuchenherz. Was besonderes war schon ein Engelchen. Und am Heiligen Abend gab es ein großes Tor, hinter dem sich ein Krippenbild verbarg!
Eines der kleinen Bildchen war immer eine Glocke, ungefähr so:
![]() |
| Blick auf Kindsbach, vom Hörnchenkreuz aus |
Dabei fiel mir meine Kunstlehrerin ein, die ich vor etwa 45 Jahren am Gymnasium hatte. (Seltsam, wie gerade in der Weihnachtszeit sich die Erinnerungen regelrecht aufdrängen!) Ich mochte sie nicht besonders, denn sie gab mir immer nur Note Drei - dabei fand ich, dass meine Werke deutlich bessere Noten verdient hatten. Etwas von dem was sie einmal sagte, ist mir aber unvergessen. Auch sie erzählte von einem Spaziergang. Sie habe heruntergeschaut auf ein Dorf inmitten herrlicher Landschaft, sagte sie, und gedacht, wie schön doch dieser Anblick sei! Aber etwas habe ihr gefehlt. Sie kam nicht drauf, was es sein könnte. Erst später, als sie schon längst weitergegangen war, fiel es ihr ein, was sie gestört hatte. Das Dorf, meinte sie, hatte so eine "moderne Kirche" ohne Kirchturm.
Ich weiß gar nicht mehr, was sie uns damals lehren wollte, unsere Kunstlehrerin. Aber ich verstand sofort was sie meinte. Zu unserer Landschaft gehören Dörfer und Städte mit Kirchtürmen. Zu den Kirchtürmen und zur Heimat gehört der Klang von Kirchenglocken. Nicht nur, aber ganz besonders zur Weihnachtszeit! Und zu uns allen gehört auch unser Glaube an den Heiland, der sich uns neu schenkt.
Hier können die Glocken der protestantischen Kirche Kindsbachs angehört werden.
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| Weihnachtsbuch aus dem Verlag ARS SACRA 1929 mit Bildern von Josef Madlener, geschrieben von Marga Müller |
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Donnerstag, 23. Juli 2015
Ein Ausflug nach Lothringen: Kreuze, St. Wendelin und der hl. Bernhard in Roppeviller, Haspelschiedt und Sturzelbronn
Nach Liederschiedt führt der Ausflug nach Lothringen (näherhin ins Bitscherland) in einige weitere kleine Orte, zunächst nach Roppeviller, das weniger als 150 Einwohner zählt, dafür aber mit dem pfälzischen Dorf Eppenbrunn über den Helmut-Kohl-Wanderweg verbunden ist, den der ehemalige Kanzler oft benutzte.
22. Lothringer Kreuz in Roppeviller, das wie seine "Artgenossen" vermutlich früher mal bunt war. Es steht an der Kirche des kleinen Örtchens.
23. und noch ein Kreuz an derselben Kirche
24. auch im Ortsinneren steht ein Kreuz im Lothringer Stil, diesmal angemessen bunt und einer interessanten Inschrift: Der Mein Jesus Barmherzigkeit betet, hat 100 Tage Ablass.
25. dieses etwas windschiefe Kreuz findet sich ebenfalls in oder bei Roppeviller. Die Gestalt des Gekreuzigten ähnelt auffallend der von Nr. 24. Wer der oder die Heilige im Sockel ist, ist leider nicht zu erkennen.
26. St-Wendelin-Kapelle in Haspelschiedt.. Die kleine Kapelle steht an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1792 und ist dem hl. Wendelin geweiht.
27. Im Innern der Kapelle gibt es natürlich eine Statue des Heiligen, der im Bitscherland wohl bekannt ist.
28. Dieses sehr schöne Kreuz mit Kreuzigungsgruppe steht ebenfalls in Haspelschiedt. Der Sockel trägt ein Relief der Hubertuslegende. Es ist wohl das "croix Keller", das 1758 errichtet und 1863 restauriert worden ist.
30. Diese Statue des hl. Bernhard von Clairvaux steht in in Sturzelbronn und erinnert an die einst bedeutende Zisterzienserabtei gleichen Namens, die von 1135 bis 1790 bestand und von der heute nur noch wenige Baureste erhalten sind. Die Abtei wurde von Herzog Simon I. von Lothringen mit Erlaubnis des hl. Bernhard gegründet. Im Bitscher Land und im Zweibrücker Hügelland finden sich noch viele Grenzsteine mit dem Abtsstab die von der einstigen Ausdehnung der Besitzungen künden. Die Statue wurde 1935 zum 800. Jubiläum der Gründung der Abtei errichtet.
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Samstag, 2. Mai 2015
Im deutsch-französischen Grenzgebiet: Kreuze in Riedelberg, Eppenbrunn, Hilst, Liederschiedt
Endlich gehts weiter mit Album 19 und zwar mit dem sogenannten "südlichen Teil", der viele Fotos von Kreuzen im pfälzisch-lothringischen Grenzgebiet enthält.
35. Friedhofskreuz in Riedelberg südöstlich von Pimasens mit einer ungewöhnlichen Hirtenszene im Sockel
15. ein prächtiges, wenn auch leicht windschiefes Lothringer Kreuz in Eppenbrunn nahe der französischen Grenze, wo der Pfälzer Wald in die Vogesen übergeht. Es ist reich geschmückt mit zwei Heiligen (Johannes und Maria?), zwei Pelikanen, die sich die Brustfedern ausreißen, dem heiligen Geist als Taube und einem Totenkopf mit gekreuzten Knochen. Inschrift im Sockel unter Jahreszahl 1820: Dieses Creutz hat auf Richten Lassen zu der ehre gottes: Jacob Rühl (?) und seine ehefrau Regina Mauer
16a. ein einfaches verwittertes Sandsteinkreuz mit zwei Sockelfiguren in Hilst, das ebenfalls an der deutsch-französischen Grenze gelegen ist.
16b. auch dieses Kreuz steht in oder bei Hilst. Leider ist es nur von der Seite fotografiert, so dass weder die Figur im Halbrelief, der der Kopf zu fehlen scheint, noch die Inschrift zu erkennen sind.
17. das sogenannte "Hilster Kreuz" das reich verziert ist - die muschelförmigen Ornamente an den Enden des Kreuzes sehen ein bisschen wie Brezeln aus. Das Kreuz wurde 1896 zur Ehre Gottes von Johannes Mistler und seiner Ehefrau Adelheid errichtet, wie die Inschrift verrät. Darunter steht im Sockel: Alle, die ihr vorübergeht, seht ob ein Schmerz gleicht meinem Schmerze.
18. Dieses schöne Kreuz steht eingezäunt in Liederschiedt im äußersten Nordosten Lothringens, einer Gemeinde mit nur wenig mehr als 130 Einwohnern.
19a. Trotz seiner geringen Größe besitzt Liederschiedt eine beträchtliche Anzahl von Wegkreuzen. Leider ist die Inschrift von diesem hier auf dem Foto nicht lesbar.
19b. auch dieses Kreuz steht in oder bei Liederschiedt, liebevoll mit einem Zäunchen eingehegt und geschützt mit einem Dächlein.
20. noch ein Kreuz bei Liederschiedt am Ortsrand. Es trägt die Inschrift: Errichtet zur Ehre Gottes durch die Eheleute Hener --- Wagner
21. und noch ein letztes wohl recht altes Kreuz in der Nähe von Liederscheidt - leider beschädigt, aber gerade deshalb besonders eindrucksvoll
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