Sonntag, 1. April 2012

Zum Palmsonntag

Andachtsstätte im "Ruheforst Pfälzerwald" bei Bad Dürkheim

Ich bete an und beuge
Gottheit, mich vor Dir:
Du, der Tiefgeheime
weilt in Zeichen hier.
All mein Wesen neigt sich,
gibt sich ganz dahin,
weil ich, Dich betrachtend
nichts als Armut bin.

Augen, Mund und Hände
trügen sich in Dir,
doch der Schall der Botschaft
offenbart Dich mir.
Alles will ich glauben
Gottes wahrem Sohn,
seiner Rede lausch ich
als der Wahrheit Ton.

Einst verbarg am Kreuze
sich der Gott in Dir,
nun verhüllt der Mensch auch
sich dem Auge hier.
Gläubig sei umfangen,
hohe Zwienatur!
Wie der Schächer seufz ich
nach der ewigen Flur.

Ach, mein Thomasauge
sieht kein Wundenrot.
Dennoch ruft mein Glaube:
Du, Herr, bist das Brot.
Tief und tiefer werde
dieser Glaube mein,
tiefer lass die Hoffnung,
lass die Liebe sein.

Heiliges Gedächtnis
an des Herren Tod,
köstlich uns belebend,
Du lebendig Brot:
Gnädig werde Nahrung
meinem Geiste Du,
dass er Dein sich freue
wonnig immerzu!

Du, dem Pelikane
gleicher Jesu mein,
wasche, der ich unrein,
Blutender, mich rein.
Dieses Bluts ein Tropfen
ist der Welt genug,
gnädig tilgt er alle
Frevel, die sie trug.

Jesus, meinem Auge
bist Du hier verhüllt,
mein Verlangen betet
dass es einst sich stillt:
Unverhüllt erscheine,
Glorien-Angesicht,
dass ich selig schaue
Dich in Deinem Licht.
Amen.

(Eucharistischer Hymnus des Thomas von Aquin)

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